Projekte
Fraunhofer FIRST / Institut
REFLECT – Responsive Flexible Collaborating Ambient
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Unter dem Motto „Die beste Hilfe ist diejenige, die man nicht bemerkt” wurden im Projekt REFLECT neue Konzepte und Methoden für PA-Systeme (Pervasive Adaptive Systems – „allgegenwärtige anpassungsfähige” Systeme) entwickelt. Das Ziel war es, den alltäglichen Umgang mit Technik zu erleichtern, deren Bedienung zu verbessern und die Umgebung zu steuern. Dafür wurden mit Hilfe der PA-Systeme sowohl emotionale, kognitive und physiologische Zustände von Menschen als auch eine Vielzahl von Informationen über ihr Umfeld – wie z.B. physische Daten – automatisch erfasst und verarbeitet. Für den Einsatz in der Praxis ist es zentral, dass die erforderliche technische Infrastruktur schnittstellenfrei, unauffällig und allgegenwärtig in die Umwelt und die vorhandene Technik integriert wird und sich als Teil der „alltäglichen Lebenswelt” von herkömmlichen computerzentrierten Stand-Alone-Technologien löst.
Personengebundene, umgebungsbezogene, und Kontext-Awareness
Um PA-Systeme für menschliche und umweltbezogene Zustände „empfänglich” zu machen, wurden menschliche Aspekte wie Emotionen (z.B. Verärgerung), der kognitive Zustand (z.B. mentale Auslastung) sowie physische und physiologische Werte (z.B. Bewegung oder Temperatur) in einem Computersystem analysiert und mit menschlichen Verhaltensweisen in Zusammenhang gebracht. Dies führte zu einer „personengebundenen Awareness” des Systems, d.h. das System kann die untersuchten Zustände erfassen und bestimmten Verhaltensweisen zuordnen. Dies wurde durch eine „umgebungsbezogene Awareness” ergänzt, die aus Informationen über das Umfeld abgeleitet ist. Aus beiden zusammen resultierte schließlich eine „Kontext-Awareness”, die sowohl die Daten zur Person als auch zur Umwelt verarbeiten und entsprechende Zusammenhänge erfassen kann. Die „Kontext-Awareness” stellte die Grundlage dar, um schließlich beim Umgang mit Technik geeignete Reaktionen automatisch abzuleiten.
Praktische Anwendungen
REFLECT orientiert sich an der praktischen Anwendung: Eine wichtige Forschungsaufgabe war es daher zu untersuchen, in welcher Weise sich Software-Umgebungen für PA-Systeme realisieren lassen. Eine Reihe von Fallstudien, die speziell für das Projekt durchgeführt wurden, zeigen mögliche Anwendungen in den Bereichen Unterhaltung und Werbung. Außerdem wurden prototypische Werkzeuge erstellt, die es den Anwendern erlauben, Systeme zu steuern, ohne herkömmliche Schnittstellen wie Tastatur oder Maus zu benutzen. Dabei wurde eine Anwendung im Automobilbereich umgesetzt.
EU-gefördertes Projekt
Unter der Leitung von Fraunhofer FIRST arbeiteten bis zum 31. Dezember 2010 weitere fünf Forschungseinrichtungen und zwei Unternehmen an REFLECT. Das interdisziplinäre Projektteam umfasste sowohl Wissenschafter für Psychologie, Software- und Elektrotechnik als auch Praktiker aus der Industrie. Das Projekt wurde innerhalb des 7. Rahmenprogramms der EU mit rund 2,6 Mio. Euro gefördert.
Partner
- Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten
Forschung e.V. - Ferrari – Societa‘ Per Azioni Esercizio Fabbriche Automobili e Corse
- Philips Electronics Nederland B.V.
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Liverpool John Moores University
- Rijksuniversiteit Groningen
- University of Pavia
- Institute Mihajlo Pupin
