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Fraunhofer FIRST / Institut
Speed Cap – Gelfreies EEG
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© Christiane Peters/ Fraunhofer FIRST
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST haben einen Prototypen für ein Gel freies EEG (Elektroenzephalogramm) entwickelt. Er funktioniert auf Basis von sechs verteilten Kontaktsensoren, die die Hirnaktivitäten auf der Kopfhaut messen. (Mehr Elektroden, die an die jeweilige Kopfform angepasst werden können, sind möglich).
Anwendungsbereiche
Herkömmliche EEG-Geräte müssen vor der Messung aufwändig am Kopf der Patienten angebracht werden. Die einzelnen Elektroden werden mit Leitgel gefüllt, um den Kontakt zur Kopfhaut herzustellen. Die Einrichtung eines solchen EEGs dauert in etwa 30 Minuten. Fraunhofer-Forscher stellen jetzt eine Alternative vor, die die Anbringung auf ca. zwei Minuten verkürzt. Dazu haben die Wissenschaftler sechs Elektrodenarrays (kleine nadelförmige Elektrodenstecker) sowie eine Referenzelektrode auf einem flexiblen Helm montiert. Der Prototyp, für den die Fraunhofer-Forscher ein Patent angemeldet haben, soll zunächst für Forschungszwecke – insbesondere im Bereich der Brain-Computer Interfaces (BCI) – eingesetzt werden. Bei einem BCI werden Gehirnsignale mit Hilfe eines EEGs ausgelesen, klassifiziert und in Steuersignale für einen Computer umgewandelt. So können z.B. Probanden, die sich Bewegungen der rechten oder linken Hand vorstellen, mithilfe eines BCI auf der Grundlage ihrer Imagination einen Cursor nach rechts oder links bewegen. Der Prototyp wurde auf der NIPS (Neural Information Processing Conference) und im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften von freiwilligen Probanden gestestet, die nicht an die Benutzung eine BCI gewöhnt waren. 16 von 17 Versuchspersonen gaben an, den Cursor bis zu einem gewissen Grad kontrollieren zu können. Sie waren darüber hinaus in der Lage, innerhalb eines einstündigen Versuchs, Computerspiele wie BreakOut2 und 3D Pinball zu spielen.
Benchmarks

Die Verbindung aus kostengünstigen, einfach zu benutzenden Technologien, fortschrittlicher EEG-Analyse und Maschinellem Lernen, die bei Fraunhofer FIRST entwickelt wurde, ermöglicht neue Anwendungsmöglichkeiten für das EEG. Dazu gehören nicht allein die Nutzung in den eigenen vier Wänden (BCI, Biofeedback), sondern auch im klinischen Bereich, z.B. bei der Entwicklung von Neuroprothesen oder computergestützter Diagnose.
Die Bildergeschichte „Von der Badekappe zum Cyberhelm”
Die Forscher des Fraunhofer FIRST entwickelten das klassische EEG weiter und konstruierten eine gelfreie Variante, bei der die Vorbreitung nur wenige Minuten dauert

