ARMARE: Augmented Reality-Telepräsenz-System für die Tiefsee

01. Febr. 2012 bis 31. Dez. 2012

Über die Hälfte der Erdoberfläche ist von der Tiefsee bedeckt, aber erst ein Prozent ist kartiert. Denn die Tiefsee ist ein unwirtlicher Ort: Es ist dort immer dunkel und kalt. Das stellt auch Meeresforscher vor große Herausforderungen. Aufgrund der für Menschen lebensfeindlichen Bedingungen sind bemannte Tauchgänge in der Tiefsee extrem aufwändig und gefährlich. Informationen über die Tiefsee liefern daher meist kabelgeführte, d.h. ferngesteuerte Tauchroboter wie der MARUM-QUEST. Das sogenannte Remotely Operated Vehicle, kurz ROV, kann bis zu 4.000 Meter tief tauchen und ist u.a. mit HD-Kameras ausgestattet. Sie senden Videos aus der Tiefsee über Glasfaserkabel an den Kontrollcontainer auf dem Forschungsschiff.

Fraunhofer FOKUS unterstützt das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) an der Universität Bremen bei der Entwicklung eines Telepräsenz-Systems im Kontrollcontainer. Es besteht aus einer aufrechten Kuppelprojektion mit einem horizontalen und vertikalen Winkel von 180°. Die Autokalibrierungssoftware von Fraunhofer FOKUS sorgt dafür, dass die einzelnen Live-Bilder des Tauchroboters pixelgenau auf der Leinwand zu sehen sind, so dass die Forscher im Kontrollcontainer eine ähnliche Sicht wie in einem U-Boot haben. Die Projektion wird mit den ortsgenauen GIS-, Sonar- und weiteren Messdaten angereichert.

Das Telepräsenz-System verbessert zum einen die Navigation des Tauchroboters. Den Wissenschaftlern ermöglicht die Kuppelprojektion ein größeres Sichtfeld. Durch die zusätzlichen ortsgenauen Messdaten, können interessante Punkte, wie hydrothermale Quellen am Meeresgrund, leichter (wieder-) gefunden werden. Fraunhofer FOKUS passt dafür seine Software zur automatischen Kalibrierung den Bedingungen unter Wasser an und setzt die Augmented-Reality-Funktionen um.

Foto:

Tauchroboter MARUM QUEST, Copyright: MARUM/ Universität Bremen