SQC Cockpit Flugzeug
SQC bietet Methoden, Prozesse und Werkzeuge für die Entwicklung und Qualitätssicherung von softwareintensiven Systemen iStock/ choja

Neue Studie zur Qualitätssicherung von vernetzten eingebetteten Systemen

News vom 31. Juli 2014

Das System Quality Center am Fraunhofer-Institut FOKUS hat eine Studie zum aktuellen Stand und zukünftigen Trends der Qualitätssicherung eingebetteter Systeme herausgebracht. Dafür wurden vor allem Unternehmen aus der Automobil- und Luftfahrtbranche interviewt und zu Prozessen und dem Verständnis der Qualitätssicherung im Unternehmen befragt.

Die Qualität, Verlässlichkeit und Sicherheit eingebetteter Systeme haben eine enorme Bedeutung, nicht nur deshalb, weil sie vermehrt in sicherheitskritischen Bereichen wie beispielsweise in der Produktion oder zur Steuerung von Zügen, Flugzeugen oder in Autos eingesetzt werden, sondern auch, weil ihre Qualität inzwischen zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor geworden ist. In der Automobilindustrie verursachen eingebettete Systeme rund 25 Prozent der Entwicklungskosten, in der zivilen Luftfahrt sind es 7 bis 12 Prozent. Doch obwohl Qualität von großer Bedeutung ist, sind die bisher erreichten Ziele nicht zufriedenstellend: Nur bei der Hälfte aller Befragten erfüllen die entwickelten eingebetteten Systeme die Erwartungen der Stakeholder hinsichtlich der Qualität. Deswegen können Kosten- und Zeit-Vorgaben bei mehr als der Hälfte der Befragten häufig nicht eingehalten werden. Die zunehmende Vernetzung von eingebetteten Systemen untereinander und mit der Umgebung verschärft diese Herausforderungen sogar noch. So kommt die Studie zu dem Schluss, dass der Aufwand für die Qualitätssicherung überproportional steigen und eher noch zu neuen Problemen führen wird, weil die Qualität jedes Einzelsystems die des anderen beeinflusst. Hinzu kommen Richtlinien für Datenschutz und IT-Security, die sich aus der zunehmenden Vernetzung ableiten.

Weitere Ergebnisse

Einige Studienteilnehmer erachten nicht nur eine Anpassung der bestehenden Prozesse als notwendig, sondern auch einen Wandel in der Automobil-Branche hin zu Software-Unternehmen. Neben die technischen treten organisatorische Herausforderungen, die sich beispielsweise aus immer kürzeren Release-Zyklen ergeben und damit neue Anforderungen an die Prozesse zur Qualitätssicherung stellen. Nicht zuletzt halten erachten es mehr als ein Drittel der Befragten für notwendig, ein höheres Qualitäts-Bewusstsein im Top-Management zu verankern.
Für mehr als die Hälfte der Befragten steht eine Verbesserung der Produktqualität im Fokus aktueller Bemühungen, die sowohl die Prozesse, die Zulieferer als auch die Mitarbeiter der Unternehmen betreffen. Ansonsten herrscht bei den Befragten Konsens darüber, was unter Governance von Produktqualität zu verstehen ist. Auch existieren bei fast allen Befragten geeignete Strukturen, die Entscheidungsrechte und Verantwortlichkeiten bezüglich Qualitätssicherungsmaßnahmen regeln. Nur bei zwei Befragten sind diese Strukturen entweder nicht ausreichend, um die angestrebte Produktqualität zu erreichen, oder in der gegebenen Form in der Praxis nicht umsetzbar. Über den Stand der Entwicklungsprojekte und deren Qualität werden die Befragten in der Regel wöchentlich oder monatlich informiert. Die Form dieser Information hinsichtlich der Qualität ist jedoch uneinheitlich und reicht von Meetings bis zu einer einzigen Kennzahl. Die Verantwortung für die Qualität ist unterschiedlich Teilweise liegt sie bei der Entwicklung, teilweise bei der Qualitätssicherung, am häufigsten jedoch bei allen Mitarbeitern.
Eine Priorisierung von Qualität gegenüber Zeit- und Budget-Vorgaben ist bei mehr als der Hälfte der Befragten üblich, und bei ebenso vielen der Befragten erreichen die entwickelten eingebetteten Systeme die Erwartungen der Stakeholder bezüglich der Qualität. Bei immerhin sieben Befragten ist dies nicht der Fall. Die verbreitetsten Qualitätssicherungsmaßnahmen sind Reviews und Tests. Formale Techniken stellen weiterhin eine Nische dar und werden nur von drei der Befragten eingesetzt. Der Aufwand für Qualitätssicherungsmaßnahmen nimmt etwa ein Drittel der Entwicklungszeit ein, der Anteil der Fehlerkorrekturen ist bei zwei von drei Befragten aber nicht bekannt. Die Einhaltung von Zeit- und Budget-Vorgaben stellt bei mehr als der Hälfte der Befragten ein Problem dar.