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Orte im ländlichen Raum können auf Breitbandanbindung hoffen

News vom 21. Mai 2013

Am 6. Mai 2013 hat Fraunhofer FOKUS in St. Augustin (bei Bonn) einen neuen 17 m hohen Funkturm im Rhein-Sieg-Kreis aufgestellt, der das vorhandene Netzwerk zu einem Ring ausbaut. Der Aufbau ist Teil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Pilotprojekts, in welchem neue Technologien für die Breitband Internet- oder gar Handyanbindung im ländlichen Raum entwickelt und getestet werden.

Auch heute gibt es noch viele Regionen in Deutschland, die nur ungenügend mit Internetzugang versorgt sind. Dies gilt speziell in ländlichen Regionen, teilweise sogar in Ballungsgebieten. Grund hierfür sind hohe Kosten und komplexe Versorgungssituationen, die die Anbindung im ländlichen Raum für die Netzbetreiber und Telekommunikationsunternehmen oft unwirtschaftlich werden lassen. Gleichzeitig ist eine schnelle und stabile Breitbandverbindung für Wirtschaft, Institutionen und Privathaushalte ein wichtiger Faktor zur Sicherung einer Teilhabe an Wachstum und Wohlstand. Das Kompetenzzentrum RESCON von Fraunhofer FOKUS erarbeitet daher am Standort Birlinghoven eine Lösung, mit der diesem Problem kostengünstig, flexibel und schnell begegnet werden kann.

Neben der lokalen Installation in Nordrhein-Westfalen kommt „WiBACK“ (Wireless Backhaul) an weiteren Stellen in Deutschland aber auch in Italien und Afrika zum Einsatz. Es erlaubt zum Beispiel Orte, Schulen oder Firmen kabellos über große Distanzen (100 km und mehr), solarbetrieben und sehr kostengünstig mit Bandbreiten von aktuell bis zu 100Mbps anzubinden. Außer zur Analyse und Verbesserung der Technologie dient das lokale Netzwerk als Anschauungsmaterial und Diskussionsgrundlage für Kommunen und Telekommunikationsanbieter, um neue Lösungen für die Anbindung unterversorgter Gegenden zu finden.

Attraktiv ist die Lösung, die WiBACK bietet, dabei nicht nur aufgrund der guten technischen Spezifikationen und geringen Kosten, sondern auch aufgrund seiner Fähigkeiten im Bereich des automatischen Netzwerkmanagements. Dieses sorgt u.a. für eine unterbrechungsfreie Übertragung von Telefon- oder VoIP-Gesprächen und ist somit nicht nur fähig den Nutzern gute VoIP Qualität zu bieten, sondern ermöglicht auch den großen Handynetz-Betreibern über ein WiBACK ihr Netz auszubauen. So könnten über kleine Funkzellen, genau dort wo sie benötigt werden, die letzten weißen Flecken im Handynetz und Breitbandnetz getilgt und die Menschen und Firmen, die darauf angewiesen sind, an die Infrastruktur angebunden und in der Region gehalten werden.