ASCT, asct, Qualipso, Grafik
Fraunhofer FOKUS

Fahr-Altruismus: Deutsche Verkehrsteilnehmer fahren lieber stressfrei als schnell

News vom 17. Jan. 2013

Erste Nutzerstudien bestätigen, dass Autofahrer durchaus bereit sind, zum Wohle der Allgemeinheit längere Fahrtzeiten und sogar Umwege in Kauf zu nehmen. Damit diese Kooperationsbereitschaft nicht ungenutzt bleibt, entwickelt FOKUS automotive Kommunikationstechnologien, mit denen Autofahrer im Sinne der Gemeinschaft durch den Straßenverkehr navigiert werden.

Forscher und Entwickler des Fraunhofer-Instituts FOKUS arbeiten dafür in Landes- und EU-weiten Projekten an Anwendungen und Technologien, die einen möglichst ausgeglichenen und umweltverträglichen Gesamtverkehr im Blick haben. Dafür bauen die Entwicklungen auf die Bereitschaft der Autofahrer, technisch generierten Empfehlungen auch Folge zu leisten. Anzeichen dafür, dass solch proaktive Technologien unter Autofahrern durchaus Zuspruch finden, bestätigen die Ergebnisse einer aktuellen Erhebung, die kürzlich an der TU Berlin und unter Zusammenarbeit mit Fraunhofer FOKUS durchgeführt wurde. Darin haben 120 Autofahrer Auskunft über ihre Fahrgewohnheiten und Einstellungen zum Straßenverkehr gegeben: zwei Drittel gaben an, lieber stressfrei zu fahren, auch wenn sie dafür mehr als drei Minuten länger unterwegs wären. 75 Prozent der Teilnehmer würden zum Wohle der allgemeinen Verkehrssituation sogar Umwege in Kauf nehmen. Die Ergebnisse bestärken FOKUS darin, weiterhin auf kollaborative Kommunikationstechnologien für die Mobilität zu setzen.

Im Forschungsbereich ASCT werden Lösungen entwickelt, mit denen Autofahrer durch rechtzeitige Verkehrswarnungen und Fahrempfehlungen per Navigationssystem oder Smartphone möglichst staufrei und schadstoffarm durch den Verkehr kommen. Erste Anwendungen im realen Straßenverkehr testet derzeit das Projekt simTD. Seit November ist FOKUS darüber hinaus Partner des EU-Projekts TEAM, mit dem in den kommenden vier Jahren Technologien für kollaboratives Verkehrsmanagement entwickelt und demonstriert werden sollen. Konkret sollen hier Algorithmen und Technologien erarbeitet werden, die mit Hilfe von Smartphones und fahrzeugintegrierten Kommunikationseinheiten Fahrempfehlungen generieren, die nicht nur dem einzelnen Verkehrsteilnehmer, sondern allen Autofahrern zugutekommen.